Das Pony Chicca

Immer wenn ich von Pergola nach Cagli fuhr, fiel mein Blick automatisch auf einen schwarzen Hund, der vor einem Bauernhof angekettet war. Bei Wind und Wetter, Regen und Schnee, Sommer wie Winter….er war immer da. Eines Tages konnte ich einfach nicht an ihm vorbeifahren und blieb stehen. Der Hund sah sehr  lieb aus und er war total glücklich, als ich ihm ein bisschen Aufmerksamkeit und etwas zu Fressen schenkte. Auch die Bauersfrau war sympathisch und erzählte mir, dass der Hund Dox hieß und 9 Jahre alt war, d.h. er war schon über all die Jahre angekettet.  Ich hatte mit der Frau nie Probleme, wenn ich den Hund ab und zu besuchte oder spazieren führte.

Bei einem meiner Besuche von Dox entdeckte ich in einer Scheune ein Pony, das hinter einem Traktor an der Mauer lehnte. Es sah sehr traurig und einsam aus, die Hufe waren komplett abgenutzt. Der Schmied hatte schon seit Jahren das Pony nicht mehr beschlagen.  Das Pony, ein achtjähriges Merrie, war außergewöhnlich lieb und gut. Ich gab der Besitzerin Geld für den Schmied und machte sofort einen Termin mit dem Schmied aus. Nach einigen Tagen war das Pony beschlagen und konnte wieder normal laufen! Ein großer Schritt nach vorne.

Aber es war immer noch keine ideale Situation, denn Ponys müssen mit ihren Artgenossen leben. Außerdem leiden sie, wenn sie alleine gelassen werden. Als sich mir die Möglichkeit bot, das Pony zu kaufen, zögerte ich nicht lange, da sich eine neue Hoffnung für Chicca auftat. Nach einigen Telefonaten habe ich endlich eine Lösung gefunden. Ich habe das Pony gekauft und zu einem Holländer (ein Campingplatzbetreiber) gebracht, der in der Nähe von Pergola wohnt, und es aufnahm. Für eventuelle Tierarztkosten stellte ich mich zur Verfügung. Eine fantastische Idee.

Und so kam es dann auch. Chicca wurde sofort abgeholt. Zuerst war sie in Gesellschaft von 2 Ponys und zum Glück ging vom ersten Tag an alles gut. Als ich sie am ersten Tag besuchen kam, stand sie glücklich und zufrieden auf der Weide. Das Laufen auf den neuen Hufen machte ihr zu schaffen, weil die Beinmuskeln sich erst wieder an die neue Position gewöhnen mussten. Nach dem Sommer haben wir sie auf den Campingplatz gebracht, ihr neues Zuhause. Es wurde für sie eine neue Scheune gebaut, die sie im Winter mit den Ziegen teilt. Jetzt geht sie jeden Morgen auf die Lavendelweise und weidet zusammen mit den Ziegen…so als ob sie das schon immer gemacht hätte.

Jetzt hat sie Gesellschaft, denn Ziegen und Ponys können gut zusammen leben und die neuen Besitzer kümmern sich liebevoll um sie. Außerdem hat sie zwei kleine neue Freunde, die zwei Kinder des Campingplatzbetreibers. Sicherlich werden sie im Sommer viele Kinder besuchen kommen, sie streicheln und ihr eine Karotte mitbringen. Chicca ist zufrieden und ich auch, weil wieder ein Tier gerettet werden konnte und die Geschichte ein glückliches Ende genommen hat.



Verfasst von Margreet Drost.
 
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